Betreut man viele Projekte gleichzeitig, verliert man schnell den Überblick. Spätestens dann, wenn man ein Team koordinieren muss, geht es nicht mehr ohne Software-Unterstützung. Ich stelle fünf Tools vor, die ich mir in letzter Zeit näher angeschaut habe.
Collabtive 0.7
Collabtive ist ein Open-Source-Framework, das man sich kostenlos herunterladen und auf dem eigenen Server installieren kann. Die Installation funktioniert problemlos.
Collabtive bietet alles, was das Herz begehrt: Projekte, Aufgabenlisten, Aufgaben, Benachrichtigungen und sogar eine Zeiterfassung ist dabei.
Die Oberfläche ist mit vielen netten Ajax-Effekten angereichert, trotzdem fühlt sich das Arbeiten mit Collabtive auf Dauer etwas zäh an. Das liegt wahrscheinlich daran, dass alle Elemente wie Projekte, Aufgaben, Zeiterfassung und Benachrichtigungen in Tabellen-Blöcken untereinander angeordnet sind. Dadurch muss man sehr viel scrollen und es ist ein bisschen anstrengend, die eine schmale Tabellenzeile zu finden (und zu treffen), die man gerade braucht. Das Tool wirkt insgesamt ein wenig altmodisch. Die beiden Standard-Designs, die die trockene Tabellenästhetik noch betonen, tun ein Übriges.
Man kann die Oberfläche recht gut an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Alles, was mit dem Aussehen zu tun hat, ist ordentlich in einem Ordner “Templates” abgelegt. Wer sich mit HTML und CSS auskennt, kann sich hier austoben.
Get It Done
Get It Done kommt im Gewand einer To-To-Liste daher, hat es aber durchaus in sich. Interessant ist zum einen die Verknüpfung mit Evernote, aber auch die Funktionalitäten gehen über eine einfache To-Do-Verwaltung hinaus. Man kann Projekte anlegen, Aufgaben an andere Team-Mitglieder delegieren, Dokumente anhängen und einiges mehr. Die Oberfläche ist ein bisschen bunt, aber übersichtlich. Die Struktur erinnert sehr stark an Things for Mac.
Auch für iPhone, iPad und Android-Geräte ist gesorgt. Get it Done kostet 39$ im Jahr.
Basecamp
Basecamp ist das Flaggschiff unter den Projektmanagement-Tools. Es gibt praktisch nichts, was man mit Basecamp nicht machen kann. Um den vollen Umfang der Software zu nutzen, muss man tief in die Tasche greifen. Unter 49$ pro Monat geht nicht viel.
Mir war’s zu teuer.
Freedcamp
Der Name verrät es: Freedcamp tritt an, die OpenSource-Version von Basecamp zu werden. Mir hat der organisatorische Ansatz sehr gut gefallen. Über so genannte Widgets kann man auf einem Dashboard Aufgaben zusammenfassen, die inhaltlich zusammenhängen oder die zeitliche Bezüge haben. Man kann z.B. alle Aufgaben, die heute zu erledigen sind, herausfiltern und erkennt damit auf einen Blick, was zu tun ist.
Allerdings funktioniert die Software noch nicht ganz zuverlässig. Bereits abgehakte Aufgaben erschienen hartnäckig weiter auf dem ToDo-Zettel und beim Klick auf einen Link taucht schon mal eine 404-Seite auf. Wahrscheinlich sind das Kinderkrankheiten, die mit der nächsten Version behoben sein werden.
Trello.com
A new kid on the block ist trello. Trello ist eine weitere Variante des Kanban-Prinzips. Es gibt eine virtuelle Tafel, an der Karten hängen, die die verschiedenen Stadien eines Projekts repräsentieren. Diese Karten können kommentiert, ergänzt und verschoben werden.
Die App ist leicht und intuitiv zu bedienen und optisch schön gemacht. Für Teams, die gemeinsam Software entwickeln, ist das Tool auf jeden Fall einen Blick wert. Trello ist umsonst und kostet nichts.
Einen sehr ähnlichen Ansatz verfolgt Fulcrum von Wholemeal.co.nz Die App ist allerdings noch in der Entwicklung.
UPDATE 20.10.2011
Über einen Umweg über Smartytask, einer extrem eleganten, intuitiven App bin ich inzwischen bei Wunderlist gelandet. Smartytask hat mir sehr gut gefallen, das Interface ist ein Traum. Nach all den bunten, mit zweifelhaften Icons überladenen Oberflächen ein echter Genuss. Aber die App taugt nur für die einsame Insel, es gibt keinerlei Kollaborations-Möglichkeiten, man kann nur seine eigene Sachen verwalten. Auch Attachments kann man (noch) nicht integrieren. Schade. Die App ist extrem gut durchdacht und elegant programmiert, ich hoffe nicht, dass die Macher ausgerechnet jetzt den Anschluss verlieren.
Bei den Wunderkindern bahnt sich übrigens Großes an. Wunderlist ist nämlich nur der Testballon für eine viel umfassende App namens Wunderkit. Es heisst, hier gibt es sehr bald etwas zu sehen. Näheres dazu im Blog der 6Wunderkinder.

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