Was kommt rein ins Webdesign-Angebot?

Projektanfragen sind toll. Mein Herz klopft jedenfalls schneller, wenn ein potenzieller Kunde am Telefon mit einem Auftrag winkt. Hört sich das Projekt dann auch noch spannend an, möchte ich am liebsten gleich loslegen. Aber halt – da war noch was. Das Angebot.

Die Zeichen stehen gut: Der Kunde weiß, dass er eine Website braucht. Und er weiß, dass wir diese Dienstleistung anbieten. Jetzt muss ich ihn nur noch überzeugen, dass wir auch wirklich die Richtigen sind für den Job.

Wir verwenden relativ viel Zeit auf die Ausarbeitung eines Angebots. Das Dokument hat mehrere Seiten, wobei die Tabelle mit den Zahlen den kleinsten Raum einnimmt.

Die Bestandteile des Angebots

    • Worum geht es?
      Wer arbeitet für wen? Was ist der Gegenstand des Projekts, welchen Umfang hat es?
    • Was tut die Website, um den potenziellen Kunden glücklich zu machen?
      Die Antwort darauf muss Teil des Angebots sein. Welchen Nutzen bringt die Website dem Kunden? Wie trägt die Website dazu bei, seine Ziele zu erreichen?

  • Welche Leistungen kann der Kunde erwarten?
    Der Kunde nimmt Geld in die Hand und möchte das Gefühl haben, dass sich das für ihn auszahlt. Das klappt nur, wenn er auch nachvollziehen kann, was da im Angebot steht. Also: Vorsicht mit Fachbegriffen und Marketingsprech.
  • Was kostet das?
    Erst jetzt kommen die Preise an die Reihe.
    Welche Arbeiten fallen an und wieviel kosten sie? Alles, was hier nicht genannt wird, ist auch nicht im Angebot enthalten. Es ist also wichtig, präzise Formulierungen zu finden. “Drei Entwürfe” ist besser als “diverse Entwürfe”.
  • War das alles?
    Gibt es etwas, das Ihr als Dreingabe noch oben drauf legen könnt? Das Bonbon muss nicht groß sein, es zählt die Geste. Jeder Mensch freut sich über ein kleines Geschenk.
  • Was passiert, wenn der Leistungsrahmen ausgeschöpft ist?
    Für zusätzliche Arbeiten, die bei den Leistungen nicht genannt wurden, muss man sich etwas einfallen lassen. In der Regel rechnet man soche Leistungen nach einem festen Stundensatz ab. Wichtig dabei: Rechtzeitig Bescheid geben, wenn der Aufwand aus dem Ruder läuft.
  • Welche Beiträge leistet der Kunde?
    Auch der Kunde muss Aufgaben übernehmen. So ist es zum Beispiel wichtig, dass es einen festen Ansprechpartner gibt, wenn sich das Projekt in einem größeren Unternehmen abspielt.
    Auch braucht die Agentur einiges an Input, z.B. Texte, Bilder und Informationen, die im Projekt verarbeitet werden sollen. Hier ist es hilfreich, genau zu definieren, wie das Material beschaffen sein soll. Welche Formate haben Textdateien, wie groß muss ein Bild mindestens sein, damit es verwendet werden kann, auf welchem Weg passiert die Abstimmung und so weiter.
  • Welche Rechte hat der Kunde am Design?
    Nutzungsrechte sind ein unbequemes Thema. Aber klare Absprachen sind wichtig.
    Meistens hat der Kunde eine Vorstellung, was er mit der Website, dem Flyer oder dem Logo tun will. Diese Vorstellung sollte man schriftlich festhalten. Versäumt man das und es stellt sich später heraus, dass der Auftraggeber etwas ganz anderes tun will, ist meistens der Designer der Dumme. Nachträglich lässt es sich nur schwer über Rechte verhandeln.
  • Wie sind die Zahlungsmodalitäten?
    Das Honorar sollte in Staffeln zahlbar sein. Der erste Teil ist beim Start des Projekts fällig, der nächste beispielsweise bei Abnahme des Entwurfs und so weiter. So vermeidet man, dass man auf einer nicht beendeten Arbeit sitzenbleibt, weil der Kunde es sich plötzlich anders überlegt hat oder sich nicht mehr meldet.
  • Alles klar?
    Der Kunde hat sein Okay gegeben und es kann losgehen. Fehlt nur noch die Auftragsbestätigung. Erst wenn der Auftragnehmer seinem Auftraggeber eine Auftragsbestätigung schickt, kommt meines Wissens ein Auftrag zustande.

Foto: hannahgleg/istockphoto.com


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Checkliste Was kommt rein ins Webdesign-Angebot?

Wer Genaueres über Vertragsrecht wissen möchte, dem kann ich dieses Buch empfehlen:
Recht für Grafiker und Webdesigner (Amazon-Link).


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03. Januar 2012 von Elisabeth
Kategorien: Webdesign | Schlagwörter: , | 1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Ein sehr hilfreicher Artikel, genau danach habe ich gesucht! Eine Checkliste mehr für meine Checklisten-Sammlung.
    Ich bin erst kürzlich auf euren Blog gestoßen und bin wirklich beeindruckt. Sehr viele praktische Tipps und interessante Themen. Weiter so!

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