Der Google App-Inventor für Android

Dieser Artikel ist ursprünglich am 21. 10. 2011 erschienen.
Das ist eine ganze Weile her. Der Inhalt ist wahrscheinlich nicht mehr aktuell.

Vor einiger Zeit war ich zu einem Workshop mit dem schönen Namen „Android Extravaganza“ eingeladen. Im Workshop haben wir Android-Apps mit dem App-Inventor erstellt.

Mit dem App-Inventor kann man sehr schnell und einfach Apps für Android-Mobiltelefone zusammenbauen. Er wohnt in der Cloud, das heißt man braucht eine aktive Internetverbindung, um damit zu arbeiten. Und weil der App-Inventor zu Google gehört, braucht man natürlich auch eine Google-ID.

Der App-Inventor besteht aus zwei Modulen:

  • dem App-Inventor Designer, in dem man die Komponenten für die App festlegt (also Buttons, Textfelder, Töne, usw.) und
  • dem App- Inventor Blocks Editor, in dem Programm-Blöcke zusammengestellt und den Komponenten Funktionen zugewiesen werden.

Installation

Als erstes wird das App Inventor Setup installiert. Beim Mac wird alles mit einem Installer erledigt, auf Windows- und Linux-Systemen ist es mitunter ein wenig umständlicher. Es gibt aber eine Schritt-für-Schritt-Anleitung [Englisch] für Windows, Linux und Mac OS X.

Jetzt kann man loslegen und Apps bauen, entweder mit dem eigenen Android-Phone oder mit einem Emulator. Um ein Gefühl für die grafische Oberfläche des App-Inventors zu bekommen, ist es hilfreich, sich die Tutorials anzuschauen. Das geht recht schnell und macht durchaus Spaß.

Wie einfach ist „einfach“?

Man arbeitet ausschließlich mit graphischen Oberflächen. Das ist für jemanden, die sich üblicherweise in Befehlszeilen und Code bewegt, eher ungewohnt. Ich zumindest habe einen kleinen Moment gebraucht, mich daran zu gewöhnen.

In der Beschreibung des Workshops hieß es, dass man ganz ohne Programmiererfahrung einsteigen kann. Meine Erfahrung ist, dass man einen gewissen Background braucht. Im „Blocks-Editor“ muss man beispielsweise den einzelnen Elementen ihre Funktionen zuweisen. Schon bei relativ einfachen Programmen kommt man dabei nicht ohne Variablen aus und hier und da muss man eine Schleife einsetzen.

Teilnehmern, die sich noch nie mit der Systematik eines Programm-Codes auseinandergesetzt hatten, fiel es teilweise schwer, die Funktionen zu verstehen und sie herunterzubrechen in kleine Arbeitsschritte. Aber wer das gute, alte Flow-Chart flüssig runterschreiben kann, wird mit dem App Inventor viel Spaß haben.

Und wozu das Ganze?

Die schlechte Nachricht vorweg: Zumindest bis auf Weiteres sind App-Inventor-Apps im Android Market nicht zugelassen.

Aber es gibt auch außerhalb des offiziellen Markets Einsatzmöglichkeiten. Ein Beispiel: Eine hilfreiche App für Feuerwehrleute [englisch], die den richtigen Wasserdruck im Feuerwehrschlauch berechnet.
Eine maßgeschneiderte App für einen Kunden oder die eine App, die man schon immer mal haben wollte oder ein lustiges Tool zum Download auf der Website – da fällt mir einiges ein.