Justin Tadlock’s „Unique-Theme“

Dieser Artikel ist ursprünglich am 20. 09. 2012 erschienen.
Das ist eine ganze Weile her. Der Inhalt ist wahrscheinlich nicht mehr aktuell.

Vorgestern hat Justin Tadlock, der Entwickler des WordPress-Frameworks Hybrid und kluger und versierter WordPress-Experte, ein spannendes Experiment gestartet. Er hat sein Unique Theme auf die Verkaufsplattform Themeforest gestellt, das streng nach den WordPress-Standards programmiert ist. – Moment mal, das soll spannend sein?!

Doch, ist es. Dazu muss man wissen, dass es seit einiger Zeit eine lebhafte Diskussion unter WordPress-Entwicklern gibt, die die schlechte Qualität von Themeforest-Themes beklagen. Natürlich schreiben nicht alle Autoren schlechten Code, aber doch ein großer Teil. Auf die Verkaufszahlen wirkt sich das nicht weiter negativ aus, denn die Kunden kaufen nach Optik. Alle Themes, auch die weniger guten, sind grafisch perfekt aufgemacht. Ob der Code etwas taugt, erkennt man leider erst nachdem man das Theme gekauft hat.

Dankenswerterweise beteiligt sich Themeforest an der Diskussion und man arbeitet daran, die Qualitätskontrolle zu verbessern. Aber das ist natürlich alles andere als leicht bei über 2000 Themes.

Standards sind nicht langweilig

Dabei gäbe es eine ganz einfache Lösung: Alle Entwickler halten sich an die WordPress-Standards und orientieren sich an dem, was Best Practise ist. Genau das tun nämlich die Entwickler der „schlechten“ Themes nicht: Sie programmieren nach eigenen Regeln, basteln und improvisieren, was das Zeug hält. Das ist bequem und geht relativ schnell von der Hand.

Der Käufer des Themes hat dann das Nachsehen. Das Theme arbeitet zum Beispiel nicht mit PlugIns zusammen und spuckt statt dessen eine Fehlermeldung nach der anderen aus. Oder der Server geht unter der Last von unzähligen HTTP-Requests in die Knie, weil der Code extrem aufgebläht ist. Ganz zu schweigen davon, dass sich die CSS-Datei als großes Durcheinander entpuppt.

Weniger ist mehr

Justin Tadlock verzichtet auf alle inhaltsbezogenen Einbauten wie Shortcodes und Custom-Post-Types. Solche Funktionen sind eng an die Inhalte gebunden und immer dann, wenn man das Theme wechselt, sind diese Texte und Bilder verschwunden. Man muss dann alles umständlich nachtragen.

Gleiches gilt für Funktionen, die in ein PlugIn ausgelagert werden sollten, wie zum Beispiel die Optimierung für Suchmaschinen. Auch diese Arbeit ist perdu, nachdem man ein anderes Theme aktiviert hat.

Trotz des eher bescheidenen Auftritts glänzt das Unique-Theme mit vielen, nützlichen Funktionen:

  • 6 Layouts
  • Theme-Options sind in den Theme-Customizer (Standard seit 3.4) integriert
  • 18 anpassbare Widgets für mehrere Sidebars
  • 3 Menüs
  • Eigenständiges Design für alle 9 Postformats
  • Über 40 Seitenvorlagen.
  • jQueryFlexslider für Slideshows
  • Smart Breadcrumbs
  • Seiten-Numerierung
  • Übersetzung
  • und vieles mehr

Justin Tadlock möchte mit seinem Experiment die Diskussion „von innen heraus“ vorantreiben. Als Theme-Autor wird er aktiv in den Themeforest-Foren mitdiskutieren und dort konstruktive Vorschläge zu bekannten Problemen machen. Ganz nach dem Motto: Nicht meckern, besser machen!

Ich bin sehr gespannt, wie sich die Geschichte entwickelt.

Ein Kommentar zu “Justin Tadlock’s „Unique-Theme“

  • Mir gefällt das Design. So schön aufgeräumt und nicht überladen.
    Die Farbe kann man ja leicht ändern ;-)

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