WordPress Premium-Theme anpassen – lohnt sich das?

Dieser Artikel ist ursprünglich am 25. 09. 2012 erschienen.
Das ist eine ganze Weile her. Der Inhalt ist wahrscheinlich nicht mehr aktuell.

Wir bekommen regelmäßig Projekte auf den Tisch, bei denen wir ein Premium-Wordpress-Theme an die Bedürfnisse eines Kunden anpassen sollen. Solche Themes sind unverschämt billig, wenn man die Preise mit den Kosten für eine individuell programmierte Seite vergleicht. Bei 12€ bis 80€ kann man nicht viel falsch machen.

Wir werden oft gefragt, wie aufwändig es denn ist, ein Premium-Theme anzupassen.
Die Antwort: Es kommt drauf an ;o)

1. Selbermachen oder Fachfrau suchen?

Wenn Du Dich ein bisschen mit PHP und CSS auskennst, hast Du gute Karten bei einem Premium-Theme. Das Anpassen kostet in diesem Fall „nur“ Zeit. Du solltest allerdings einige Trial-and-Error-Schleifen und ein gewisses Lernpensum einkalkulieren.

Wer sich in Sachen PHP-Code und CSS nicht sicher fühlt, sollte sich Unterstützung holen.

2. Was ist machbar, welcher Aufwand lohnt sich eher nicht?

Ganz wichtig: Mit dem Design des Premium-Themes solltest Du Dich so weit wie möglich anfreunden können. Denn größere Umbauten im Erscheinungsbild sind sehr aufwändig und lohnen sich nicht. Passt das Design nicht, dann solltest Du nach einem alternativen Theme Ausschau halten.

Kleinere Änderungen wie Schriften, Farben und Hintergründe sind dagegen einfach umzusetzen. Wenn das Theme die Customizer-Funktion (YouTube-Link) unterstützt, die mit der WordPress-Version 3.4 eingeführt wurde, kannst Du das im Backend auch selbst machen.

Aber auch funktionale Anpassungen wie zum Beispiel das Einbauen von zusätzlichen Sidebars, Formularen oder Slidern sind finanziell durchaus im Rahmen.
Was mit welchem Aufwand möglich ist, kann man allerdings erst nach einem Blick in den Code sagen. Je nachdem, an wie vielen Stellen im Code man eingreifen muss, ist eine Anpassung mehr oder weniger zeitaufwändig.

3. Was ist mit Theme-Options?

Die Entwickler von Premium-Themes werben damit, dass ihr Theme an jedes erdenkliche Bedürfnis des Käufers anpassbar ist. Sie bauen dazu mächtige „Theme-Options“ in ihre Themes ein. Das ist ein Bereich im WordPress-Backend, in dem man das Theme konfigurieren kann, ohne am Code zu basteln.
Über Theme-Options kann der Autor nahezu alles konfigurierbar machen. Du kannst Farben und Schriften frei zusammenstellen, Randspalten verteilen oder festlegen, welche Elemente auf welcher Seite wo erscheinen sollen und so weiter.

Das Problem dabei ist, dass jeder Entwickler sein eigenes Süppchen kocht. Je umfangreicher und verschachtelter die Theme-Options sind, musst Du die Dokumentation schon sehr genau lesen, um Dich zurechtzufinden.
All die schönen Einstellungen sind übrigens perdu, sobald Du auf ein anderes Theme wechselst. Das hat dann nämlich wieder andere Theme-Options.

Theme Options sind unter Entwicklern ein großes Streitthema. Welche Einstellungsmöglichkeiten sind wirklich sinnvoll, womit überlädt man die Seite und überfordert den Anwender?
Mit dem Theme Customizer (s.o.) haben die WordPress-Macher den Versuch gestartet, die Theme-Options in einen geregelten Standard zu führen. An dieser Stelle wird sich in Zukunft noch einiges bewegen.

Kurz und gut: Theme-Options können eine große Hilfe sein, sie können aber auch zum Alptraum werden.

4. Woran erkenne ich ein gutes Theme?

Premium-Themes sind meistens grafisch todschick aufgemacht. Wunderschöne Bilder, schicke Typografie und perfekt abgestimmte Farben erwecken den Eindruck, die Website sei praktisch schon fertig. Noch schnell ein Logo hochladen, ein paar Texte schreiben und es kann losgehen.

Hat man das Theme heruntergeladen, folgt oft die Ernüchterung: Mit den eigenen Bilder sieht das Design plötzlich gar nicht mehr so schick aus, die Navigation will mit der inhaltlichen Struktur nicht richtig zusammenspielen und wichtige Elemente sitzen an der falschen Stelle.

Hier ein paar Faustregeln für die Auswahl eines WordPress-Themes

  • Konzept: Vor dem Kauf eines Themes solltest Du genau überlegen, was Du auf Deiner Seite zeigen willst. Ein Design mit vielen Bildern wird zur grauen Maus, wenn Du im wesentlichen Texte anbietest. Hier passt ein Blog-Theme besser.
    Nur dann, wenn Du viele schöne Bilder zur Verfügung hast – z.B. Arbeitsbeispiele oder Fotos – wäre ein Portfolio-Theme geeignet.
  • Kostenlose Themes: Bitte nur Themes aus dem offiziellen Theme Directory laden.
    Diese Themes sind auf Herz und Nieren geprüft und enthalten garantiert keinen Schadcode.
  • Bei Premium-Themes lohnt es sich, sich über den Autor zu informieren.
    Ist er für Fragen erreichbar? Betreibt er ein Blog oder ein Support-Forum? Wie viele Themes hat der Autor schon veröffentlicht?
  • Aktualität: Wird das Theme regelmäßig weiterentwickelt?
    Das ist wichtig, damit das Thema auch mit neuen WordPress-Versionen gut zusammenarbeitet.

5. Wo gibt es gute Themes?

Es gibt viele Anbieter von Premium-Themes. Themeforest ist der Platzhirsch und bietet die breiteste Auswahl an Themes. Aber diese Vielfalt hat auch einen Nachteil: Die Code-Qualität der Themes variiert sehr stark. Auch sind die Designs häufig so überladen, dass man für Anpassungen erst einmal ausführlich entrümpeln muss. Das kostet Zeit.

Ich kann die Themes von Elmastudio* sehr empfehlen. Das Elmastudio-Design ist klar und reduziert, dadurch wirken die Themes sehr modern und kann man sie gut anpassen. Der Code hinter den Themes – die selbstverständlich alle responsive sind – ist erste Sahne. Und die Dokumentation ist sehr detailliert und liegt auf englisch und auf deutsch vor. Mit 12€ sind die Themes auch noch außerordentlich preisgünstig.

*Disclaimer: Ich kriege keine Provision. Die Themes sind einfach gut.

6 Kommentare zu “WordPress Premium-Theme anpassen – lohnt sich das?

  • Ich nutze sehr immer mal wieder Premium Themes um zum Beispiel eine Affiliate Seite hochzuziehen, bei der ich mir nicht sicher bin, ob sie Erfolg haben wird. Sobald die Seite Anklang findet ist meiner Meinung nach aber ein individuell gestaltetes Theme ein absolutes Muss.

    Ansonsten ist mir aber auch schon – wie du es geschrieben hast – öfter aufgefallen, dass Premium Themes sehr schwierig anzupassen sind. Nicht in Bezug auf CSS oder irgendwelche Konfigurationen im Backend, das geht alles leicht. Was ich meine ist, dass die meisten Premium Themes sehr spezifisch auf irgendein Thema ausgerichtet sind und es sehr schwer ist, sie so umzubauen, dass sie auch zu einem anderen Thema passen.

    Oft sucht man also lange vergeblich nach einem zu dem Thema seiner Webseite passenden Theme um dann am Ende zu resignieren und auf ein ganz schlichtes Free Theme zurückzugreifen.

    Nur meine zwei Cent dazu!

  • Birgitte Tüpker 28. September 2012

    Ich habe diese Seite hier: http://www.alina-hermann.de mit einem Theme von elegantthemes erstellt. Der Support war g r o ß a r t i g !!! Man schreibt die Jungs in Amerika an und wenn dort nicht gerade tiefste Nacht ist, bekommt man umgehend Antwort. Andere Schrift, dieses weg und dafür lieber jenes und die Cracks da drüben schreiben einem neue Code-Schnipsel, die man kopieren und einfügen darf. Wenn es nicht klappt, loggen sie sich ins Backend ein und erledigen alles für dich. Ich würde die heiraten! Also gut, ein bisschen Englisch muss man dafür können, aber die haben sogar mich verstanden.

    • Hallo, Birgitte,
      vielen Dank für den Tipp! Das klingt ja richtig gut, ich werds mir merken!
      grüße von Kirsten

  • Hallo,

    danke für den sehr informativen Beitrag. Ich werde eine ganze Reihe von Webseiten aufsetzen (müssen)

    Als Grundsystem habe ich mir wordpress heraus gesucht, weil es wohl von vielen Leuten bedient werden kann.

    Meine Hauptseite sound-spirit.de wird in der nächsten Zeit auf expression-engine online gehen. Weil wohl nichts anderes am Markt umsetzen kann, was ich dort brauche.

    Jetzt bin ich auch gerade am Thema Premium Themes. Habe auch schon was bei Themeforest gekauft und wundere mich, wie kompilziert es doch ist.
    Gerade die Shortcodes haben es in sich.

    Jetzt müssen mit den Seiten „normale“ User arbeiten können. Die werden wahrscheinlich überfordert sein, den Code richtig zu setzen.

    Gerade suche ich weiter nach einer passenden Lösung. Eigentlich dachte ich, ich kaufe ein Premium Theme, das ich dann für jedes Projekt anpasse, wie ich es brauche.
    Alles muss als Multiside laufen, teilweise mutlilanguage und und.

    Nach dem Lesen des Artikel hier denke ich gerade, was kostet eingentlich die Umsetzung eines eigenen Themes.

    Und … ist WordPress wirklich das Richtige für mich. Weil mein Firmenblog hat schon viele grauen Haare gekostet. Eben weil Plugins sich nicht mögen oder sonst was ist.

    Fakt ist, ich kann recht davon abraten zu versuchen ein englischsprachiges Theme ein zu deutschen, wenn man wenig Ahnung hat

    • Hallo, Frank,

      vielen Dank für Deinen Beitrag. Ich gebe Dir recht, Shortcodes sind für unerfahrene User problematisch.
      Zwischen einem Premium-Theme und einer individuellen Entwicklung liegen leider Welten. Ein Premium-Theme kostet einen zweistelligen Eurobetrag, der Preis für eine individuelle Entwicklung ist in der Regel vierstellig.
      Mit einem Premium-Theme kommt man immer nur ein Stück weit, will man weitergehen (z.B. Mehrsprachigkeit), muss man zwangsläufig sich in WordPress einarbeiten oder sich das Know-How einkaufen.

      Es gibt zwar immer wieder Ansätze, wo Entwickler versuchen, die Brücke zwischen Premium-Theme und individueller Entwicklung zu füllen (Stichwort Theme-Baukästen wie z.B. Xtreme-Theme oder Headway Theme Builder), aber so richtig überzeugen mich diese Lösungen nicht. Ich habe Zweifel, dass jemand, der wenig Erfahrung mit Webseiten hat, den Umgang mit den vielen Optionen wirklich als so einfach empfindet, wie die Entwickler meinen.

      Schöne Grüße

      von Kirsten

  • Bei den Themes habe ich auch schon mit Artisteer „rumgespielt“ Das hat den Vorteil, dass man sich das Design schon mal vorab selbst erstellen kann.

    Weil für viele ist das ja erst mal der schlimme Schritt -Was für ein Design man nehmen soll ;)

    Ich habe in letzter Zeit 5 oder 6 Webseiten geplant, alle mit Artisteer. Meine Frau bekommt auch noch 1-2 neue Seiten, die soll sie auch damit planen.

    Für viele Klein- und kleinstunternehmen sind 1000plus Euro halt schon zu viel für ein eigenes Theme. Da ist man gleich bei 2-3000 Euro für ne Webseite, das können sich viele einfach nicht leisten!

    Aber hinkriegen tun sie ne eigene Seite halt auch nicht.
    Meine Frau kam mit websitebaker ganz gut klar, ich komme aus der EDV (habe jetzt aber ne ganz andere Firma :D) und brauche trotzdem 1-2 Tage bis ne Seite ordentlich läuft :(

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