Das Plugin WP-Accessibility

Wer sich mit Barrierefreiheit und WordPress beschäftigt, begegnet früher oder später dem Plugin WP Accessibility von Joe Dolson. Ich habe mir angeschaut, was das Plugin macht und was man damit erreichen kann.

Das Plugin WP Accessibility ist für Seiten gedacht, die ein Theme nutzen, das nicht schon „von Haus aus“ accessibility-ready ist und das ein Stück barrierefreier werden soll.
Je nachdem wo das Theme noch Lücken hat kann man mit dem Plugin folgende Eigenschaften ergänzen:

  • Skip-links einbauen für die Navigation per Tastatur
  • ARIA landmark roles
  • Labels hinzufügen für das WordPress-Such-Formular
  • Target-Attribute aus Links entfernen (Links nicht in einem neuen Fenster öffnen)
  • Änderungen im Tabindex entfernen
  • Links immer unterstrichen darstellen
  • Überflüssige Title-Attribute entfernen
  • CSS für a:focus nachrüsten (wichtig für die Tastatur-Navigation)
  • Lange Beschreibungen für Bilder erlauben
  • Post-Titles für „read more“ Links ergänzen

Das Plugin installiert ausserdem zwei Toolbars, mit denen man die Schriftgröße und die Farb-Kontraste verändern kann. Ich persönlich empfinde das eher als Spielerei – die Toolbars tun nichts auf Code-Ebene, es verändert sich nur kurzfristig die Darstellung.

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Pseudo-Klassen a:visited, a:hover, a:focus und a:active

Was a:hover bedeutet, weiss jeder, der mal die Nase an eine CSS-Datei gehalten hat. Die Pseudo-Klassen a:visited, a:focus und a:active sind weit weniger bekannt. Mir war jedenfalls lange nicht klar, was die Angaben genau bewirken.

a:hover

Über den Selektor a spricht man im CSS einen Link an, mit a:hover lässt sich dem Link ein Effekt mitgeben, der auftritt, sobald die Maus drüberfährt. In Beispiel unten ändert sich die Farbe des Links von Rot in Blau.

a {color: red;}
a:hover {color: blue;}

For the record: Auf Touch-Geräten funktioniert der hover-Effekt nicht.

Was ist der Unterschied zwischen a und a:link?

In manchen CSS-Dateien findet man die Schreibweise a:link {…} anstatt von a {…}.
Die Pseudo-Klasse a:link bezieht sich auf Anchor-Elemente, die ein href-Attribut haben. Was ein bisschen sinnfrei ist, denn dieses Attribut sollte jeder Link haben. Ein Link ist – ein Link und verweist immer auf eine interne oder externe URL.
Wenn nur eine Aktion durch Anklicken ausgelöst werden soll, ist button das Tag der Wahl. Ein Button triggert eine JavaScript-Aktion oder ist Teil eines Formulars.

Wer korrektes HTML pflegt, kann also getrost a statt a:link schreiben.
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Microsoft’s Richtlinien für inklusives Design

Die Grafik ist einfach großartig.
Der folgende Text stammt von der Microsoft Website. Es gibt ihn bisher nur auf englisch.

Our inclusive design principles

Recognize exclusion

Exclusion happens when we solve problems using our own biases. As Microsoft designers, we seek out those exclusions, and use them as opportunities to create new ideas and inclusive designs.

Learn from diversity

Human beings are the real experts in adapting to diversity. Inclusive design puts people in the center from the very start of the process, and those fresh, diverse perspectives are the key to true insight.

Solve for one, extend to many

Everyone has abilities, and limits to those abilities. Designing for people with permanent disabilities actually results in designs that benefit people universally. Constraints are a beautiful thing.

Quelle: Inclusive Design at Microsoft

Tipps für eine barrierefreie Webseite

Wie viele Leute verwenden wohl einen Screenreader um diese Webseite zu betrachten? Der Anteil dürfte im niedrigen einstelligen Prozentbereich liegen. Warum also so viel Aufwand für eine so kleine Benutzergruppe?
Weil es nicht um Screenreader geht. Sondern um Usability.

Wer profitiert von einer barrierefreien Webseite?

  • Menschen mit einer Sehbehinderung, die starke Kontraste auf ihrem Bildschirm brauchen
  • Menschen, die im hellen Sonnenlicht eine Adresse auf ihrem Smartphone lesen wollen
  • Menschen, die per Tastatur statt Maus navigieren, weil sie keine Arme haben
  • Menschen, die per Tastatur statt Maus navigieren, weil sie Rheuma in den Händen haben oder ihr rechter Arm vorübergehend einen Gipsverband hat
  • Menschen, die eine geistige Behinderung haben
  • Menschen mit einem Hochschulabschluss, deren Muttersprache nicht Deutsch ist
  • Menschen, die eine Aufmerksamkeitsstörung haben und sich schlecht konzentrieren können
  • Menschen, die nach einem langen Arbeitstag müde sind und sich schlecht konzentrieren können
  • Alte Menschen, die unsicher sind und leicht die Orientierung auf der Webseite verlieren
  • Junge Menschen, die unsicher sind und leicht die Orientierung auf der Webseite verlieren

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