Rückblick auf die Smashing Conference in Oxford

Dieser Artikel ist ursprünglich am 26. 03. 2014 erschienen.
Das ist eine ganze Weile her. Der Inhalt ist wahrscheinlich nicht mehr aktuell.

Ob wir auch hingefahren wären, wenn die Konferenz nicht in Oxford stattgefunden hätte? Die Kombination aus spannender Konferenz und malerischem Ort war jedenfalls ziemlich unwiderstehlich. 

Die Smashing Conference vom 17. bis 19. März 2014 bot ein sportliches Programm. Zwei dicht mit Vorträgen bepackte Tage, flankiert von jeweils eintägigen Workshops. Eine Menge Holz sozusagen.

Die Liste der Speaker war hochkarätig, viele große Namen waren dabei: Lea Verou, Andy Clarke, Paul Boag, Jon Hicks, Josh Clark um nur die (mir) bekanntesten zu nennen. Wir haben viel gelernt in diesen drei Tagen, zum Beispiel von Zoe Mickley Gillenwater, dass „flexbox“ keineswegs Zukunftsmusik ohne praktischen Nutzwert ist.

Aus meinem Notizbuch

  • Fallbackschriften bei der Arbeit mit @font-face nicht vergessen, es gibt noch viele Browser, die @font-face nicht unterstützen (Jon Hicks)
  • Wir sind Wissenarbeiter, keine Pixelschubser oder Code Monkeys. In dieses Wissen müssen wir investieren. Und wir brauchen Zeit und Raum, Neues auszuprobieren, herumzuspielen, unser Wissen zu testen (Paul Boag)
  • Lieber auf SVG als auf icon fonts setzen. Auf jeden Fall Fallbacks einbauen (Jon Hicks).
    Siehe auch Ten reasons we switched from an icon font to SVG
  • Flexbox funktioniert sehr gut in mobilen Browsern. Man kann Formulare stylen und sogar Objekte frei herumschieben (Zoe Mickley Gillenwater)
  • Es gibt keinen Prozess, der auf jedes Responsive Design Projekt passt. Der Prozess ist weder waterfall noch agile. Es ist eher ein EATT-Modell: „Everything All The Time“ (Nathan Ford)
  • Media Queries in em (nicht Pixel) anzugeben ist dann gut, wenn man die Media Queries in Relation zur Länge der Texte angeben will.

Erkenntnisse aus  dem CSS Workshop mit Lea Verou

  • Bei CSS calculation kann man Pixel und Prozent mischen
  • Border benutzt dieselbe Farbe wie der Text (color:#333). Viele Elemente funktionieren so. Wenn ein Element das nicht mitbringt, kann man currentColor einsetzen (the first variable in CSS)
  • border-radii in Prozent anstatt in Pixeln angeben, so verkleinern und vergrößern die Objekte schöner
  • Kein box-shadow => box-shadow: none
  • box-shadow (und text-shadow) in em und nicht in Pixeln definieren, dann passt der Schatten sich der Schriftgröße an
  • Wenn man mehrere Borders braucht, kann man das mit  box-shadow lösen
  • Mit box-shadow kann man einen Workaround für Verläufe (gradients) basteln. Vorteil:  box-shadow wird auch von IE9 unterstützt, der keine Verläufe kann. Ist aber nur sinnvoll für kleine Elemente, da box-shadow viel langsamer rendert als gradient.
  • www.lea.verou.me/css-workshop (geht am Besten mit Firefox)

Und Oxford so?

Oxford ist eine kleine Stadt, man kann sie sich gut zu Fuß erlaufen. Tun einem die Füße weh, ist die nächste Bushaltestelle nicht weit.

Klar, auch Oxford hat eine scheußliche Fußgängerzone mit den üblichen gesichtslosen Konsumketten-Läden. Und an jeder Ecke drängen sich Trauben von Touristen. An vielen College-Eingängen hängt daher auch ein Schild mit dem höflichen Hinweis, dass dieses Gebäude nicht öffentlich zugänglich sei und man bitte von spontanen Besichtigungen Abstand nehmen möge.

In Oxford hat  man hat das Gefühl, jeder Stein atmet Geschichte. Schon im 12. Jahrhundert begannen die ersten Mönche mit ihren Lehrveranstaltungen. Interessanterweise diente eine Kirche, St. Mary’s, als Hörsaal und zentraler Treffpunkt, erst sehr viel später kamen weitere Gebäude hinzu.

Der englische Frühling hatte sich für uns ins Zeug gelegt mit ganzen Wäldern von Narzissen in allen Formen und Farben. Bei diesem Anblick wird jeder grün vor Neid, der jemals versucht hat, den eigenen Garten mit Blumenzwiebeln zu verschönern.

Wir haben einen wunderschönen Abend im Pub verbracht bei Ale, Cider und Pastete. Und die entspannte, informelle Atmosphäre genossen, die es irgendwie so bei uns nicht gibt. Wir sind über ehrwürdigen Collegerasen geschritten, saßen in einem englischen Taxi auf löchrigen, grellbunten Plastiksitzen und haben am Kanalufer gesessen und Boote geguckt.

Übernachtet haben wir stilvoll im St. Hugh’s College mit Klo und Bad überm Gang. Das St. Hugh’s ist ein Küken unter den Colleges, es wurde erst 1886 gegründet und war eines der ersten Frauencolleges in Oxford. Seit 1986 dürfen aber auch Männer mitstudieren.

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