Meine schwierige Beziehung zu Baukasten-Themes

„Du machst doch was mit WordPress, kannst Du mir mal schnell mit meinem Theme helfen?“ Wenn ich diese Frage höre, dann weiß ich: Das könnte knifflig werden. Denn nicht bei jedem Theme kann ich mein WordPress-KnowHow anwenden.

Es gibt Themes, die haben nicht mich im Visier, sondern den Endkunden, der selbst etwas zusammenbauen möchte. Diese Baukasten-Themes bieten eine große Vielfalt an Einstellungsmöglichkeiten im Backend und/oder über den Customizer an. Dort kann man dann für jedes Element die Farbe, Abstände, Größen und so weiter festlegen und sich ganze Seiten-Layouts zusammenklicken.

Es kann allerdings passieren, dass das Theme, das zuerst so vielversprechend aussah, nicht so funktioniert wie erwartet. Auch bei 200+ Optionen gibt es immer Dinge, für die der Entwickler keine Einstellungsmöglichkeit vorgesehen hat.
Das ist der Punkt, an dem viele Leute Hilfe suchen.

Machbar ist alles, aber nicht alles ist rentabel

Rein theoretisch sind Anpassungen im Code über ein Childtheme bei jedem WordPress-Theme möglich. Aber die Codebasis bei Baukasten-Themes ist sehr komplex und verschachtelt. Selbst kleine Anpassungen können viel Zeit kosten, weil man lange suchen muss, um herauszufinden, welche Templates auf welche Weise verändert werden müssen.
Der Zeitaufwand dafür ist im Voraus nicht kalkulierbar, das heisst, ich kann kein belastbares Angebot abgeben. Das ist eine ungute Situation für beide Seiten; der Kunde weiß nicht, welche Kosten auf ihn zukommen und ich kann meine Zeit nicht planen.

Aus diesen Gründen lehne ich freundlich ab, wenn es um die Anpassung von Baukasten-Themes geht. Es lohnt sich einfach nicht.
Anpassungen im Code wären zu teuer bzw. nicht nachhaltig und einen Zeitvorteil beim Zusammenklicken per Customizer/Optionen habe ich auch nicht, denn ich bräuchte dafür genauso viel Zeit wie jeder andere auch. Ich muss mich in jedes Theme neu einarbeiten, weil die Optionen in den Baukasten-Themes keinem Standard folgen. Jeder Entwickler bastelt sich hier seine eigene Systematik.

Meine Basis-Themes

Ich arbeite bei WordPress-Themes überwiegend auf der Code-Ebene, meine Werkzeuge sind CSS, Javascript und PHP. Mein Lieblings-Theme ist minimalistisch und standardkonform.

Größere Projekte entwickle ich auf der Basis des underscores Theme von Automattic. Underscores wurde inzwischen weiterentwickelt zu componentsComponents bietet eine Auswahl von Modulen, über die man gleich zu Beginn der Arbeit die richtigen Weichen stellen kann – je nachdem ob man ein Portfolio, Business-Theme, Magazin oder Blog bauen möchte.

Kleine Seiten lassen sich gut mit einem Elmastudio-Childtheme umsetzen. Für mittelgroße Projekte, wo ein Custom Theme zu aufwändig wäre und ein Elmastudio-Childtheme zu wenig Möglichkeiten bietet, arbeite ich inzwischen gern mit dem Make-Theme von Thethemefoundry. Das CSS, das das Make-Theme mitbringt, ist reduziert und minimalistisch. Dadurch eignet es sich gut als Grundlage für ein individuelles Design.
Die Code-Basis des Make-Theme ist sehr sauber und hervorragend dokumentiert. Thethemefoundry hat dafür sogar den Ritterschlag von Justin Tadlock’s Theme Review bekommen.

2 Kommentare zu “Meine schwierige Beziehung zu Baukasten-Themes

  • Ich als „Endkunde“ bin froh, dass es mittlewrweile so eine tolle Auswahl an Baukasten-Themes für WordPress gibt. In der Regel werden diese auch nur mit entsprechenden Supportverträgen angeboten bzw. wenn man nicht zahlt, gibt es eben kein Support. Ich bezahle aber gerne und weiß, wenn Probleme auftauchen, kann ich mich an direkt an die Entwickler wenden und bekomme den nötigen Codeschnipsel „direkt serviert“. Kann das voll verstehen, dass man sich als Webdesigner nicht in jede Themeumgebung einarbeiten kann und denke die Leute, die solche Themes nutzen, sollten eben auch dann für den Support bei den jeweiligen Entwicklern bleiben.

  • Ein weiterer Punkt neben der Rentabilität ist der Umstand, dass viele Endkunde nur über unzureichende Sicherungen ihrer Seiten verfügen und das Theme durch den Einsatz von unzähligen Plugins stellenweise nur noch von einer großen Portion Glück zusammengehalten wird. Ein digitales „Minenfeld“ für die eigenen Nerven. Wir haben den Leistungspunkt aus diesem Grunde ebenfalls schon vor langer Zeit gestrichen.

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