Statify oder Google Analytics?

Dieser Artikel ist ursprünglich am 08. 12. 2013 erschienen.
Das ist eine ganze Weile her. Der Inhalt ist wahrscheinlich nicht mehr aktuell.

Es wird zunehmend schwierig, sich mit der eigenen Webseite datenschutzkonform zu verhalten. Das Schräge an der Sache ist, dass unangenehme Konsequenzen nicht nur vom Gesetzgeber her drohen. Wir müssen uns auch noch gegen obskure Abmahner zur Wehr setzen.

Die neuste Entwicklung ist, dass man seinen Besuchern eine Möglichkeit anbieten muss, der Erfassung ihres Besuchs durch Google Analytics zu widersprechen. Auch dann, wenn die IP-Nummern anonymisiert werden.

Die Webseite muss ein Link anbieten, den der Besucher anklicken kann, damit sein Besuch nicht von der Google-Statistik erfasst wird. Wie das geht, habe ich hier beschrieben: Datenschutz: Google Analytics per Klick deaktivieren.

Ich habe inzwischen Google Analytics auf allen unseren Webseiten deaktiviert. Statt dessen setzen wir jetzt auf Statify. Im Folgenden möchte ich kurz beschreiben, was Statify macht und worin die Unterschiede zu Google Analytics und anderen ähnlich umfangreichen Tools liegen.

Was leistet Statify?

Statify bringt drei Funktion mit:

  1. Es zählt die Besucher
  2. Es zeigt auf, wo die Besucher herkommen
  3. Es listet die Inhalte auf, die am häufigsten aufgerufen werden

Das war’s schon, weitere Filtermöglichkeiten gibt es nicht. Damit macht Statify genau das, was die meisten Webseiten-Betreiber brauchen. Das Plugin ist dadurch nicht nur angenehm leichtgewichtig, sondern auch absolut datenschutzkonform*: Es werden keine benutzerbezogenen Daten gespeichert, Statify speichert weder IP-Nummern noch arbeitet es mit Cookies.
*Quelle: Rechtsanwalt Schwenke

Auf das Wesentliche reduziert

Die Statistik wird im Dashboard-Widget dargestellt. Dort sieht man die Besuche der letzten Woche oder des letzten Monats in einer Kurve dargestellt. Den Zeitraum kann man wählen. Darunter stehen dann die Seiten, über die die Besucher gekommen sind und die Inhalte, die am häufigsten aufgerufen wurden. Übersichtlicher geht’s nicht:

statify-dashboard-statistiken

Quelle: http://playground.ebiene.de/statify-wordpress-statistik/

David und Goliath

In Sachen Funktionalität kann man Statify nicht im Ansatz mit Google Analytics vergleichen. Google Analytics ist außerordentlich mächtig, man kann damit detaillierte Analysen erstellen wie zum Beispiel darüber, in welchem Verhältnis die Anzahl der Besuche zu den Verkaufszahlen eines Produkts steht (Stichwort Conversion). Auch Anzeigenwerbung über Google AdWords kann man über Google Analytics nachverfolgen.

Das kann Statify natürlich nicht. Aus meinen Gesprächen mit Kunden habe ich allerdings den Eindruck, dass zwar viele nach Google Analytics fragen, aber die wenigsten wirklich etwas damit tun. Ein erstaunlich großer Teil wirft niemals einen Blick in die Statistiken, ein weiterer Teil nutzt genau die drei Funktionen, die auch Statify bietet: Man guckt, wie viele Besucher auf die Webseite finden, wo sie herkommen und welche Inhalte am häufigsten gelesen werden.

Die wirklich spannenden Google-Analytics-Funktionen nutzt nur eine sehr kleine Minderheit. Vielleicht deshalb: „Out of The Box“ liefert Google Analytics nur die üblichen allgemeinen Werte. Will man aussagekräftige Daten haben, muss man Google Analytics entsprechend konfigurieren. Das ist allerdings nicht ganz einfach und kostet einiges an Zeit und Mühe.

Fazit

Wer lediglich sehen möchte, wie viele Besucher auf seine Seite kommen, wo sie herkommen und welche Inhalte besonders häufig gelesen werden, der findet in Statify das ideale Statistik-Tool. Und kann sich sämliche Datenschutzerklärungen zum Thema sparen.

Wer hingegen genau wissen will, was auf einzelnen Seiten passiert, wie oft z.B. eine Datei, die zum Download angeboten wird, heruntergeladen wird oder wie oft ein bestimmtes Video aufgerufen wird, der kommt um ein großes Tool wie Google Analytics nicht herum.

Kommentare, die nichts mit dem jeweiligen Artikel zu tun haben, oder die (weitgehend) inhaltslos sind und keinen Mehrwert für andere Leserinnen und Leser bieten, veröffentlichen wir nicht.

5 Kommentare zu “Statify oder Google Analytics?

  • Ihr lieben und besten Netzialisten,

    ich habe schon ewig ein ungutes Gefühl mit Google Analytics, möchte aber natürlich schon wissen, wie oft meine Website besucht wird. Ich werde sofort auf Statify umstellen.

    Danke für die vielen, wertvollen Infos, die ihr hier liefert.

    Ganz herzliche Grüße,
    Birgitte

  • hallo,

    keine Erwähnung von Piwik!?

    :)

    Piwik ist Open Source, ich kann’s selber hosten, IPs um 0-4 Stellen anonymisieren, es gibt ein Opt-Out-Tool, einen ähnlichen Funktionsumfang wie Google Analytics… alles da ;)
    Wir sind zufrieden damit.

    Grüße
    Christian

    • Google Analytics ist einfach das bekannteste aller Tools, alle haben schon mal davon gehört und wollen es haben. Aber die wenigstens tun etwas damit. Deshalb habe ich auch geschrieben „und anderen ähnlich umfangreichen Tools“. In diesem Sinne steht Google Analytics stellvertretend für Piwik, das in der gleichen Liga spielt.
      Piwik ist aber definitiv nichts für Anfänger, das heißt, der „kleine“ Kunde wird damit nichts anfangen können.

  • Da gibt es ja auch Analytics tools welche nicht in den Quellcode einer Seite eingebunden werden. Die Daten fallen dann z.B. direkt vom Webserver an.

  • Danke für den tollen tipp, ich habs gleich eingebaut und bin sehr gespannt auf die ersten Auswertungen.

    Herzliche Grüße

    claudia

Die Kommentare sind geschlossen.