Artikel von Kirsten

Hallo, mein Name ist Kirsten Schelper. Ich bin Webdesignerin aus München mit einer Passion für italienischen Kaffee, vegetarische Küche und Fahrradfahren. Ihr findet mich nicht bei Facebook, dafür aber auf Twitter und auf Google+.

Pseudo-Klassen a:visited, a:hover, a:focus und a:active

Was a:hover bedeutet, weiss jeder, der mal die Nase an eine CSS-Datei gehalten hat. Die Pseudo-Klassen a:visited, a:focus und a:active sind weit weniger bekannt. Mir war jedenfalls lange nicht klar, was die Angaben genau bewirken.

a:hover

Über den Selektor a spricht man im CSS einen Link an, mit a:hover lässt sich dem Link ein Effekt mitgeben, der auftritt, sobald die Maus drüberfährt. In Beispiel unten ändert sich die Farbe des Links von Rot in Blau.

a {color: red;}
a:hover {color: blue;}

For the record: Auf Touch-Geräten funktioniert der hover-Effekt nicht.

Was ist der Unterschied zwischen a und a:link?

In manchen CSS-Dateien findet man die Schreibweise a:link {…} anstatt von a {…}.
Die Pseudo-Klasse a:link bezieht sich auf Anchor-Elemente, die ein href-Attribut haben. Was ein bisschen sinnfrei ist, denn dieses Attribut sollte jeder Link haben. Ein Link ist – ein Link und verweist immer auf eine interne oder externe URL.
Wenn nur eine Aktion durch Anklicken ausgelöst werden soll, ist button das Tag der Wahl. Ein Button triggert eine JavaScript-Aktion oder ist Teil eines Formulars.

Wer korrektes HTML pflegt, kann also getrost a statt a:link schreiben.
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Was ist eigentlich dieser “Skip to content”-Link?

In den WordPress-Standard-Themes der Twenty-Reihe sitzt in der header.php kurz nach dem body-tag ein Skip-To-Content-Link.

<a class="skip-link screen-reader-text" href="#content">Skip to content</a>

Diesen Link sieht man normalerweise nicht. Er wird erst sichtbar und aktiv, wenn jemand die Tastatur nutzt um durch die Seite zu navigieren. Probiert es mal aus, den Skip-Link gibt es auch hier auf dieser Seite.

Zugang per Tastatur

Die Navigierbarkeit per Tastatur ist ein zentrales Kriterium für Barrierefreiheit. Mit der Tastatur bewegen sich nicht nur Screenreader über die Seite. Auch Menschen, die keine Maus bedienen können, bewegen sich via Tab-Taste. Weil sie Arthritis in den Händen haben, weil sie keine Arme haben oder weil sie den rechten Arm vier Wochen lang im Gips tragen.

Und wozu braucht es diesen Link jetzt?

Angenommen, ich habe das Excerpt eines Artikels gelesen und möchte jetzt die ganze Version lesen. Ich steuere mit der Tastatur den Read-More-Link an, der Browser öffnet die Seite mit der Einzelansicht des Artikel.

Gäbe es nun den Skip-to-Content-Link nicht, müsste ich mich in der Einzelansicht erst mal durch den gesamten Header-Bereich durchackern. Ich müsste alle Elemente – Logo, Seitentitel, Navigation, Suchfeld – der Reihe nach anklicken bevor ich endlich beim Artikel landen würde. Die Tab-Taste arbeitet sich stur von links oben nach rechts unten durch den Code.
Ist dagegen ein Skip-Link vorhanden, kann ich sofort an die Stelle springen, die mich interessiert.

Aus diesem Grund sollte jede Webseite einen Skip-Link zur Verfügung stellen.
Ein Codebeispiel gibt’s im Accessibility-Handbuch.

WordPress-Templates für Übersetzung vorbereiten

Texte in einem WordPress-Theme, die übersetzbar sein sollen, müssen in den Templates gekennzeichnet werden. Dar Code dazu sieht ein wenig ungewöhnlich aus und es gibt viele verschiedene Schreibweisen für diese Funktion. Ich hab eine Weile gebraucht, bis ich mir einen Reim drauf machen konnte.

Der Aufbau eines übersetzbaren Strings ist immer gleich:
__( 'Der zu übersetzende Text', 'text-domain' );

Am Anfang stehen zwei Unterstriche. Die Syntax __() ist ein Kürzel für die translate()-Funktion und setzt das Signal „Achtung, hier gibt’s was zu übersetzen“. Danach kommt der zu übersetzende Textschnipsel, am Ende steht die Textdomain.
An der Stelle, wo die zwei Unterstriche platziert sind, können ganz unterschiedliche Funktionen stehen. Ich möchte vier Varianten vorstellen, die ich im meinem Theme-Alltag am Häufigsten verwende.

Es gibt natürlich noch viel mehr Funktionen. Eine vollständige Übersicht mit ausführlichen Code-Beispielen gibt es im WordPress Theme Handbook.

1. Einfacher Text

esc_html_e('Ich bin ein Text, sonst nix' , 'text-domain');
Damit kennzeichne ich einen einfachen Text.
Im Prinzip würde diese Schreibweise ausreichen:
_e('Ich bin ein Text, sonst nix' , 'text-domain');
Ich bin nicht sicher, wie hoch das Risiko tatsächlich ist, aber theoretisch könnte bei der zweiten Variante ein Übersetzer HTML-Codeschnipsel oder Übleres in die Übersetzung reinschmuggeln. Die Escape-Funktion schmeisst solche Sachen raus.

2. Text innerhalb eines Attributs

Ist ein Text Teil eines Attributs und sitzt z.B. im title-Attribut innerhalb eines Links, dann sieht das Ganze so aus:
esc_attr_e( 'Skip to content', 'text-domain' );
Auch hier ist das Escapen wichtig, damit niemand über die Übersetzung Schadcode einschleusen kann.
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Was kostet eine WordPress-Seite?

Ein Mensch, nennen wir ihn Paul, braucht eine Webseite und er fragt sich, was das wohl kosten würde. Unter dem Stichwort „WordPress Agentur“ spuckt die Suchmaschine eine lange Liste von Ergebnissen aus. Kleine und große Dienstleister – und ein wildes Durcheinander an Preismodellen.

Eine Agentur bietet ein „WordPress Komplettpaket“ für 600€ an, eine andere spricht von „WordPress Custom Themes“ und will dafür 3.000€ haben. Und bei Themeforest gibt es coole Themes schon für 60€.

„Geht’s noch?“, empört sich Paul. „Ich bin doch nicht blöd und zahle 3.000€, wenn ich das Ganze für 60€ kriegen kann!“

Wie kann das sein, dass für ein und dasselbe Produkt so unterschiedliche Preise aufgerufen werden?

Es steht zwar überall WordPress drauf, aber es ist nicht überall dasselbe drin

Option 1: Selber machen

Auch ein Laie kann sich eine WordPress-Seite ganz bequem über die Benutzeroberfläche (aka WordPress Dashboard) zusammenbauen. Dafür wurde WordPress erfunden. Mit dem Code dahinter kommt man dabei nicht in Berührung.
WordPress selbst und viele gute Themes sind gratis und lassen sich kostenlos herunterladen. Man muss allerdings bereit sein, sich in die Thematik einzuarbeiten. Je nach Vorwissen und Ziel kann das schon mal ein paar Tage dauern.

Schneller geht’s auch mit dem Premium Theme nicht. Im Gegenteil: Diese Themes sind sehr komplexe Konstruktionen, weil sie für jeden etwas bieten müssen. Zusätzlich zu den WordPress Grundlagen muss man sich hier noch in die individuelle Systematik des jeweiligen Themes einarbeiten.

GEEIGNET FÜR
Kleine Projekte mit einfachen Anforderungen.

WENIGER GEEIGNET FÜR
Komplexe Projekte, bei denen Eingriffe in die Theme-Dateien (Templates) nötig sind oder spezielle Plugins gebraucht werden. Natürlich ist auch hier selber basteln möglich und die WordPress Community ist sehr hilfsbereit. Aber das Risiko, eines Tages vor einer kaputten Seite zu sitzen, steigt mit jedem Codeschnipsel, den man irgendwo aufgegabelt, aber nicht so ganz verstanden hat.
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WordPress & Vagrant für visuelle Menschen

Letzte Woche habe ich mir angeschaut, wie sich MAMP und Pressmatic im direkten Vergleich so anfühlen. Um das Bild etwas zu erweitern, habe ich mir noch Vagrant angeguckt. 

Beim Zusammenbauen eines Vagrant-WordPress-Workflows haben mir diese beiden Artikel sehr geholfen:

WordPress Development mit VVV (Tuts+)
Setting up a WordPress VVV Workflow (WP Beaches)

In den Artikeln werden alle Schritte zur Installation genau beschrieben.

Optische Oberflächen für VVV und Vagrant

Für mich ist die Arbeit mit dem Terminal deshalb so schwierig, weil ich vor einer „Black Box“ sitze. Erst wenn ich einen passenden Befehl eintippe, spuckt mir das Terminal eine Rückmeldung aus. Weiss ich den Zauberspruch Befehl nicht, sitze ich nur dumm davor und komme nicht weiter.

Spannend fand ich deshalb diese beiden Module:

  1. VVV Dashboard
  2. Vagrant Manager

VVV Dashboard ist eine optische Oberfläche für eine VVV-Installation. Dort kann ich sehen, was sich in meiner Serverumgebung tut und ich kann direkt vom Dashboard aus Aktionen ausführen. Das VVV Dashboard hat mir den Zugang zur Vagrant-Welt sehr erleichtert.
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Unterstreichung näher am Text positionieren

Ein guter Tipp von Florian Brinkmann zum Gestalten von Links
Florian schreibt: „Wenn ihr einen Link oder anderen Text mit einer Unterstreichung versehen möchtet, dann greift ihr vermutlich auf border-bottom zurück, statt text-decoration: underline zu nutzen. Wenn diese Unterstreichung aber zu weit vom Text entfernt angezeigt wird, habt ihr ein Problem (jedenfalls hatte ich das vor Kurzem), denn weiter nach oben lässt sich so ein Rahmen nicht positionieren. Wie ihr das lösen könnt, zeige ich euch in diesem Artikel.“

Link zum Artikel

Nachfahre, Kind oder Geschwister? CSS-Selektoren kombinieren

Quizfrage: Was ist der Unterschied zwischen diesen beiden Schreibweisen?

ul li {font-size:20px;}
ul > li {font-size:20px;}

In beiden Fällen geht es um Elemente in einer ungeordneten Liste (ul). Im ersten Beispiel werden alle Listenelemente angesprochen, im zweiten Fall nur die Listenelemente der obersten Ebene.
TLDR: Am Ende des Artikels gibt es ein CodePen mit Beispielen.

1. Descendant selector

ul li {font-size:20px;}

Das Listenelement ist ein descendant der ungeordneten Liste (ul). Descendant kann man mit „Nachfahre“ übersetzen.
Diese Kombination legt fest, dass alle Listenelemente in der Liste eine Schriftgröße von 20 Pixeln haben sollen. Egal wie viele Listenelemente es gibt und an welcher Stelle sie stehen. Diese Anweisung greift auch bei mehreren ineinander verschachtelten Listen. Alle Listenelemente sind immer 20 Pixel groß.

2. Child selector

ul > li {font-size:20px;}

Bei dieser Schreibweise ist das Listenelement ein child der ungeordneten Liste (ul), also ein Kind der Liste. Das bedeutet, dass nur die Kinder, also die direkten Nachkommen der ungeordneten Liste, 20 Pixel groß sind.
Wird in die Liste eine weitere Liste hineingeschachtelt, werden diese Elemente nicht angesprochen.
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„Vollgemüllt ist doof.“ „Clean aber auch!“

Bei t3n erschien kürzlich der Artikel Aufgeräumt? Clean? Von wegen! Warum erfolgreiche Interfaces chaotisch und komplex sind. Der Text ist eine gekürzte Übersetzung eines Posts von Jonas Downey, der bei Medium erschienen ist: Why I love ugly, messy interfaces — and you probably do too.

In dem Artikel geht es darum, dass ein unaufgeräumtes Interface oft erfolgreicher ist als ein reduziertes.

User Interfaces sind ein vielschichtiges Thema, für das es keine Patentrezepte gibt. Es gibt nur individuelle Lösungen. Die sind nicht schwer zu finden, wenn man bereit ist, sich mit der Materie auseinanderzusetzen (Mit welchen Anliegen kommen die Besucher? Auf welchem Weg können sie ihr Anliegen lösen?).

Aber diese Auseinandersetzung ist mit Arbeit verbunden. Arbeit, die Geld kostet, weil man dafür gute Leute engagieren muss.

Komplex, aber bitte nicht chaotisch

Ein komplexes Angebot wie Die Zeit oder The Guardian braucht eine andere Art von Interface als ein einfaches Blog wie dieses hier. Für mich als Leserin einer Tageszeitungs-Webseite ist es aber überaus wichtig, dass das Interface übersichtlich und klar strukturiert ist. So kann ich mich gut orientieren und finde die Inhalte, die mich interessieren.
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